Wenn aus Stress der Burnout wird
Ein wissenschaftlicher Service der mse Pharmazeutika GmbH

Was ist Stress?
Stress gehört zum Leben, und Stress hat viele Facetten. Es gibt den positiven und negativen Stress. Kann man die Belastungen gut meistern und nimmt den Stress als positiv wahr, spricht man auch von Eustress, mitochondrial auch als Mitohormese beschrieben. Dazu gehört zum Beispiel die aufgeregte Anspannung eines Sportlers vor einem Wettkampf, das bekannte Lampenfieber vor einem Auftritt oder die Glücksgefühle vor einem großen Ereignis wie Heirat oder Geburt.
Auf einen Blick
- Es gibt positiven Stress (Eustress) und belastenden Stress (Disstress)
- Stress setzt Hormone frei und erhöht den Energieumsatz
- Dauerstress belastet vor allem die Mitochondrien in unseren Zellen
Stress? Warum gesunde Mitochondrien so wichtig sind
Zum Disstress hingegen gehören alle Anforderungen und Situationen, die man als negativ empfindet oder nicht zur eigenen Zufriedenheit bewältigen kann. Typische Faktoren, die in der heutigen Gesellschaft Disstress erzeugen, sind etwa die Dauererreichbarkeit als Folge der Digitalisierung, Doppelbelastung durch Familie und Beruf oder auch Zukunftsängste, beispielsweise durch unsichere Arbeitsverhältnisse. Im Folgenden geht es um diesen auf Dauer krankmachenden Stress.
Was ist Stress und was bewirkt er in unserem Körper?
Die Ursachen von Stress können sein:
- Psychische Belastungen
- Körperliche Überanstrengung
- Krankheit
- Arzneimittel
- Gifte, z.B. Gewerbegifte
- Strahlung
Jede Form von Stress versetzt den Körper in eine Art Alarmzustand, den die Evolution als Gegenstrategie hervorgebracht hat. Stress bewirkt die Ausschüttung verschiedener Hormone (Adrenalin, Dopamin, Cortisol und weiteren), die im Körper unter anderem zum Blutzuckeranstieg führen und so unseren Körper in kürzester Zeit mit der notwendigen Energie versorgen, ursprünglich um entweder einen Kampf aufzunehmen oder erfolgreich die Flucht zu ergreifen. Wir sehen uns also einer Gefahr gegenüber, früher waren es zum Beispiel wilde Tiere, und unser Körper reagiert unbewusst mit der Ausschüttung von Hormonen, damit unsere Mitochondrien, die „Kraftwerke der Zellen“, kurzfristig ausreichend Energie freisetzen können. Auch heute noch reagiert unser Körper auf Situationen, die uns ängstigen mit der Ausschüttung von Hormonen. Ob Alltagssorgen, Versagensängste, Beziehungsstress, Mobbing, Krankheit oder auch extreme Temperaturen, nicht immer ist einem die Ursache für den Stress bewusst. Wird aber ein latenter Stress zum Dauerzustand, werden wir mit der Zeit immer leichter reizbar, bis wir schließlich körperlich krank werden.
Wie reagiert unser Körper auf Stress – Stress verstehen lernen
Der Körper reagiert auf Stress, indem er verschiedene Botenstoffe aussendet: Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin, Cortisol, Serotonin, DHEA (Dehydroepiandrosteron; ein Steroidhormon), Glutamat und GABA (Gamma-Aminobuttersäure; funktioniert als körpereigenes Beruhigungsmittel). Über diese Botenstoffe werden wichtige Funktionen, wie Aufmerksamkeit, Wachsamkeit, Konzentration, Motivation und vor allem der Herzschlag und das Atemvolumen gesteuert. Bei Stress nehmen die Energiebildung und Muskelkraft zu, damit der Körper auf die (vermeintliche) Gefahrensituation schnell antworten kann. Zugleich werden andere Funktionen heruntergeregelt, die für die unmittelbare Gefahrenabwehr keine Rolle spielen: Verdauung, Immunreaktionen, aber auch die differenzierte Wahrnehmung und das Abwägen von Entscheidungen.
Was passiert also, wenn wir ständig „unter Strom“ stehen und selbst am Abend nicht zur Ruhe kommen? Manche Menschen konsumieren zur Ablenkung verstärkt Genussmittel oder Medikamente, was aber letztlich die Regenerationsfähigkeit der Zellen zusätzlich belastet, und unsere Mitochondrien werden damit nur noch schneller erschöpft und schließlich auch dauerhaft geschädigt. In unserem Bauch verbirgt sich ein komplexes Nervensystem, das aufgebaut ist wie das Gehirn in unserem Kopf. Mediziner bezeichnen es als enterisches Nervensystem oder schlicht als Bauchgehirn. Das Bauchgehirn besteht aus etwa 100 bis 200 Millionen Nervenzellen zwischen den Muskelschichten der Darmwand.
Stress schlägt auf den Magen
Der Stress, z.B. unangenehme Entscheidungen treffen zu müssen, verursacht Bauchschmerzen, das weiß schon der Volksmund. Im Gastrointestinaltrakt macht sich Stress im Extremfall sogar ganz unmittelbar bemerkbar, wenn sich einem der Magen zusammenzieht. Häufiger begegnet uns aber der latente, andauernde Stress, der schleichend zu Veränderungen im Verdauungssystem führt, genauer in den Zellen der Darmschleimhaut und im Mikrobiom der Darmflora, die mit den Darmzellen im regen Austausch steht.
Probleme im Gastrointestinaltrakt wie Durchfall oder auch Verstopfungen können also durchaus eine natürliche Antwort des Körpers auf Stress sein, was der Arzt unbedingt auch berücksichtigen sollte. Durchfall wiederum verstärkt den Verlust an wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen.
Dauerstress macht krank – seelisch und körperlich
Die psychische Belastung durch Stress nimmt unter den Mitochondrialen Erkrankungen (Multisystemerkrankungen) eine besondere Stellung ein, da sie ohne körperliche Ursachen organische Krankheiten herbeiführen kann. Schon eine fünfminütige Stresssituation ist bereits 30 Minuten später im Blut nachweisbar.
Dauerstress schädigt vor allem die Mitochondrien in unseren körpereigenen Zellen. Der Bedarf an Mikronährstoffen wie Vitamin C, Omega-3-Fettsäuren, Zink, Magnesium und Kalium steigt unter Stress stark an. Kommen noch weitere schädigende Faktoren hinzu, kann es dauerhaft zu stillen entzündlichen Reaktionen im Körper kommen, der sogenannten Silent Inflammation, also stillen chronischen Entzündung, die anders als akute Entzündungen ohne sichtbare Symptome auftreten. Sie können in unterschiedlichen Organen im Körper auftreten, zu schweren Organschädigungen führen und sich als chronische Erkrankungen manifestieren.
Stress führt zu:
- einer Öffnung der Blut-Hirn-Schranke
- einer vermehrten Hormonausschüttung (beeinflusst nahezu alle Organe)
- einem erhöhten Energieumsatz
- vermehrter Bildung Freier Radikale (Oxidativer Stress in den Zellen)
- Entzündungsprozessen (Nitrosativer Stress)
- einer Belastung des Immunsystems
- steigender Infektionsanfälligkeit
Stress schwächt das Immunsystem
Dauerstress verändert die Hormonsteuerung
Auf Dauer führt der Stress zu unerwünschten Anpassungen des hormonellen Signalsystems. Unter anderem kann es über die Hormonausschüttung zu einer verstärkten Freisetzung eines spezifischen Transkriptionsfaktors, des NF-κB (für: nuclear factor 'kappa-light-chain-enhancer' of activated B-cells) kommen. Dieser reaktionsschnelle und vielseitige Faktor des Immunsystems reguliert nicht nur die Immunantwort bei Entzündungen, sondern steuert an mehreren Stellen die Bildung von körpereigenen Proteinen. Durch Dauerbelastung können nicht nur Depressionen ausgelöst werden und neurodegenerative Erkrankungen entstehen. Ist das Immunsystem durch die verstärkte Freisetzung von NF-κB dauerhaft „scharf“ gestellt, können eigentlich harmlose Stoffe aus der Nahrung zu Unverträglichkeiten führen oder sogar Autoimmunreaktionen auslösen, also die Bekämpfung körpereigener Substanzen durch das eigene Immunsystem. Solche Dauerbelastung führt daher oft zu einer Multisystemerkrankung.
Dass Nerven direkt auf Zellebene körperliche Veränderungen auslösen, ist schon länger bekannt. Dies gilt nicht nur für den Stress, denn glücklicherweise funktioniert es auch umgekehrt: Eine als angenehm empfundene Umarmung setzt Oxytocin frei, das als „Kuschelhormon“ bekannte Hormon, welches positive Emotionen noch verstärkt und gleichzeitig hilft, Stress abzubauen. Da der Stress auch die Immunabwehr schwächt, können vermehrt schädliche Viren in unseren Körper gelangen. Oftmals bleiben die tieferen Ursachen, wie der Dauerstress, der Mikronährstoffmangel und die erschöpften Mitochondrien unerkannt und somit unbehandelt. Sind unsere Mitochondrien erst vorgeschädigt, sinkt sowohl die Schwelle, die bei uns Stress auslöst, wie auch unsere Fähigkeit, mit dem Stress umzugehen.
Unter Stress ist der Bedarf an Mikronährstoffen deutlich erhöht. Auch der „stresstypischen Ernährung“, wie Fast Food und Süßigkeiten mangelt es an ausreichenden Mengen notwendiger Mikronährstoffe. Über längere Sicht führt diese kalorienreiche, aber nährstoffarme Ernährung zu weiteren Belastungen der Zellgesundheit.
MitoMedizin bei Stress
Symptome, die auf übermäßige Stressbelastungen hinweisen:
- Fatigue, CCRF
- Schlafstörungen
- Appetitlosigkeit
- Magen-Darm-Beschwerden
- Sexuelle Störungen
- Migräne
- Tinnitus
- Augenerkrankungen
- Verstärkte Gereiztheit/verringerte Frustrationstoleranz
- Herz-Kreislauf-Beschwerden
- Verstärkte Anfälligkeit für Infektionserkrankungen
Unter Stress werden die Mikronährstoffe in den Zellen besonders schnell verstoffwechselt. Schon ein leichter Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen, die für den Zellstoffwechsel lebensnotwendig sind, kann jedoch im Zusammenspiel mit chronischem Stress eine Kaskade organischer Schädigungen in Gang setzen. Im Laufe der Zeit können diese Schäden zu einer schweren körperlichen Erkrankung führen. Die Funktionsfähigkeit der Mitochondrien und damit gesunde Körperzellen zu erhalten, ist daher das Ziel der MitoMedizin.
Gut zu wissen: Waldbaden
Wir können Stress nicht immer vermeiden. Vor seinen Auswirkungen können und sollten wir uns jedoch schützen. Bereits ein paar regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft (sogenanntes Waldbaden; Isopren einatmen) können Körper und Geist wieder in Einklang bringen.
Zudem ist es sehr wichtig, unseren Körper mit allen notwendigen Mikronährstoffen zu versorgen, um etwa stressbedingte Zellschädigungen zu minimieren und die körpereigene Regeneration zu unterstützen. Stress sollte man rechtzeitig und konsequent vorbeugen. Dazu gehören:
- gesunde Ernährung
- Optimierung des Energie- und Mikronährstoffhaushaltes
- ausreichender Schlaf
- Erlernen von Entspannungstechniken und Stressmanagement
- Kontakte und Hobbies pflegen
- Alkohol und Kaffee in Maßen, Nikotin meiden
- regelmäßige körperliche Aktivitäten (wenigstens 20 Min. täglich; z.B. Spaziergang)
Relevante Mitoceuticals®
Eine Vielzahl sogenannter Mitotroper Substanzen trägt direkt und indirekt zur Erhaltung der natürlichen Funktion der Mitochondrien und zu ihrem Schutz bei. Im Folgenden werden einige davon kurz erläutert.
Ubiquinol / Ubiquinon Q10
Q10 kommt in allen Zellen unseres Organismus vor. Es ist eine Schlüsselsubstanz für die Energiegewinnung in den Mitochondrien und für den gesamten Organismus lebenswichtig. Coenzym Q10 ist das einzige vom Körper selbst gebildete lipophile (fettlösliche) Antioxidans und wesentlich am Schutz der Zellen vor Freien Radikalen beteiligt. Da Freie Radikale insbesondere bei der Energiegewinnung in den Mitochondrien gebildet werden, trägt das Q10 in ihnen nicht nur maßgeblich zur Energieversorgung, sondern auch zum Schutz der Mitochondrien bei. Darüber hinaus erfüllt Coenzym Q10 noch weitere wichtige Funktionen. Es hält die Zellmembranen fluide und funktionsfähig und ist am Stoff- und Informationsaustausch zwischen den Zellen beteiligt. Q10 wird im Körper kaum metabolisiert und intakt über den Stuhl ausgeschieden. Daher stellt eine externe Zufuhr auch keine zusätzliche Belastung für die Leber oder Nieren dar.
Vitamin B3 (Niacinamid)
Niacinamid kommt, wie Q10, in allen Zellen unseres Organismus vor. Es ist als Coenzymbaustein von Nikotinamid-Adenosin-Dinukleotid (NAD) und Nikotinamid-Adenosin-Dinukleotid-Phosphat (NADP) an zahlreichen enzymatischen Reaktionen des Stoffwechsels und maßgeblich an der Energiebildung in den Mitochondrien beteiligt. Dabei ist seine Funktion unter anderem eng mit dem Ubiquinol/Ubiquinon Q10 verknüpft. Darüber hinaus spielt es eine Rolle bei der Abwehr reaktiver, Freier Radikale und wirkt bei der Regeneration von Q10 in seine aktive Form mit.
Vitamin C (Ascorbinsäure)
Der Stellenwert von Vitamin C in unserem Abwehrsystem ist allgemein bekannt. Die Substanz übt im Körper jedoch noch zahlreiche weitere Funktionen aus. Sie ist unter anderem unerlässlich für die Bildung und Funktion von Kollagen (wesentlicher Bestandteil des Bindegewebes), sowie als Cofaktor an der Bildung von Hypothalamushormonen, Botenstoffen und Entgiftungsvorgängen beteiligt. Darüber hinaus gilt Vitamin C als eine der wichtigsten Antioxidantien und als sehr effektiver Radikalfänger in unserem Organismus. Hervorzuheben ist, dass Vitamin C vor Reperfusionsschäden (Minderdurchblutung) bei Operationen schützt. Des Weiteren regeneriert es Vitamin E.
Omega-3-Fettsäuren
Die Omega-3-Fettsäuren sind Bausteine der Membranen (Zellen, Mitochondrien, rote Blutkörperchen u. a.) und Ausgangssubstanzen für die Bildung von Gewebshormonen, die als lokale Botenstoffe bei der Signalübertragung eine wichtige Rolle spielen. Sie haben eine wichtige Funktion in Bezug auf die richtige Zusammensetzung der Blutfette und damit die Fließeigenschaft des Blutes sowie die Durchblutung (durch Bildung gefäßerweiternder Gewebshormone). Weiterhin werden Omega-3-Fettsäuren für den Blutdruck, die Flexibilität der Zellmembranen, das Immunsystem, unseren Hautstoffwechsel, das Herz-Kreislauf-System sowie die Hirn- und Gedächtnisleistung benötigt.
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